Die OnlineAkademie Für medizinische Berufsverbände
18.05.2015

Deutscher Lungentag 2015 - AfA beteiligt sich mit Veranstaltung am 31.10.2015 in der Urania Berlin

Als Motto zum 18. Deutscher Lungentag am 19.9.2015 wurde die Frage gestellt „Gute Nachrichten für Allergiker?“

Mit diesem Thema möchte der Lungentag auf Allergien besonders der Atemwege aufmerksam machen – und damit auf eine Volkskrankheit. Nach aktuellen Erhebungen leiden in Deutschland 14,8% der Menschen im Alter zwischen 18-79 Jahren an Heuschnupfen; das sind rund 12 Millionen. Frauen sind mit 16,5% etwas häufiger betroffen als Männer. Diese Zahlen sind altersabhängig: Am häufigsten ist die Gruppe der 30 bis 39jährigen betroffen. In dieser Gruppe trifft es etwa jeden Fünften (20,8%). Bei über 70jährigen sind es immer noch 7,3%.

Hinzu kommt, dass etwa jeder zweite Erwachsene mit einem Heuschnupfen durch Baum-, Gräser- oder Kräuterpollen eine Allergie gegen Obst, Gemüse oder Gewürze entwickelt. Dies äußert sich als Juckreiz und Schwellungen der Mundschleimhaut oder auch der Zunge beim Essen der allergenen Lebensmittel. Auch Schnupfen, Hautschwellung oder Luftnot können entstehen. Ursache sind Allergene, die sowohl in den Pollen als auch in den Lebensmitteln enthalten sind. Man spricht von Kreuzallergie. Häufig ist z.B. die Kreuzallergie zwischen Apfel und anderem Kern- und Steinobst und Birkenpollen.

Die Mehrheit der Pollenallergier fühlt sich durch die Beschwerden im Alltag deutlich eingeschränkt, so die Ergebnisse einer Studie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK). Wenn die Nase tropft, die Augen tränen und der Hals kratzt, verlässt manch einen Betroffenen die Motivation zum aktiven Leben. Viele leiden aufgrund der Allergie zudem unter Schlafstörungen sowie Tagesmüdigkeit und können sich nur schlecht konzentrieren. Kinder und Jugendliche klagen über Probleme in der Schule und haben schlechtere Noten, Erwachsenen fällt die Arbeit schwer. Der manchmal etwas belächelte Heuschnupfen ist somit eine durchaus ernstzunehmende Krankheit mit Konsequenzen für den Betroffenen und die Gesellschaft.

Welche Fortschritte gibt es? Kann das fragende Motto des Lungentages mit „Ja“ beantwortet werden?

Durchaus, denn in den letzten Jahren wurde eine Reihe von Fortschritten im Verständnis und der Behandlung von Allergien erreicht. Dazu gehören:

-      Patienten mit Heuschnupfen oder allergischem Asthma durch Pollen können mittels kostenloser App (Pollen App 3.0; seit März 2014) eine individuelle Pollenflugvorhersage erhalten. Unter www.pollenstiftung.de kann die App geladen werden. Sie bietet die Möglichkeit, die eigenen Symptome an Nase, Augen und Bronchien zu dokumentieren und die Symptome mit der Art und Anzahl der in der Luft fliegenden Pollen in der nächsten Pollenfalle zu korrelieren. So erfahren die Nutzer, welche Pollen in welcher Menge bei ihnen zu Beschwerden führen. Die Ergebnisse können die Nutzer per Mail an ihren behandelnden Arzt senden, der eine genauere Diagnose stellen und die Bedeutung der Beschwerden besser in die Therapie einordnen kann.

-      Der für die meisten Menschen fühlbare Klimawandel, der regional unterschiedlich stark ausgeprägt ist, hat zu Veränderungen im Pollenflug in Deutschland geführt. Die Pollen der Bäume Hasel, Erle und Birke fliegen oft früher als vor 10 Jahren. Die Menge der Gräserpollen nimmt ab und die Kräuterpollen, z.B. Beifuß, fliegen länger im Jahr. Menschen, die an einer Baum-, Gräser- und Kräuterpollenallergie leiden haben nur noch wenige Wochen, die für sie vollkommen beschwerdefrei sind. Auf der Webseite www.pollenstiftung.de finden sie Hinweise zum Pollenflug und aktuelle Mitteilungen.

-      Eine App wurde auch für Betroffene mit Hausstaubmilbenallergie entwickelt. Durch die App „Milbencheck“ ist es Betroffenen möglich, ihre Beschwerden zu dokumentieren, Orte mit besonderer Milbenbelastung zu identifizieren und sich mit anderen Betroffenen in der Region zu vergleichen. Auch diese App ist kostenlos.

-      Die Entwicklung der sogenannten „sublingualen Immuntherapie“ ist vorangeschritten. Durch diese ist es möglich, statt durch Spritzen die Allergene über den Mund aufzunehmen. Menschen mit einer Allergie durch Baumpollen, z.B. Birkenpollen, oder durch Kräuterpollen, z.B. Beifußpollen, nehmen die Extrakte als Tropfen ein. Betroffene mit einer Graspollenallergie können die Graspollenallergene in Form einer Tablette zu Hause am Morgen nehmen. So sparen sie Zeit beim Arzt und haben auch ein geringeres Risiko starke Nebenwirkungen zu entwickeln.

-      Die Therapie für Patienten mit Asthma bronchiale wurde deutlich verbessert. Bei schwerem allergischem Asthma, z.B. durch Hausstaubmilben, Tierhaare oder Schimmelpilze ist es nun anerkannt, dass die Behandlung mit Anti-IgE eher eingesetzt werden sollte als die Einnahme von Kortisontabletten. Auch die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die hohen Kosten für diese Therapie.

-      Das gleiche Anti-IgE wurde 2014 auch für die Behandlung der oft quälenden chronischen Nesselsucht (chronisch unspezifische Urtikaria) zugelassen, sodass auch diesen Patienten jetzt geholfen werden kann. 

Es gibt noch mehr Fortschritte und damit gute Nachrichten für Allergiker, über die auf den öffentlichen Vorträgen beim Lungentag informiert wird.

Der Deutsche Lungentag möchte dazu beitragen, das Wissen über Vorbeugung, Diagnose, Therapie und Rehabilitation bei Allergien zu verbessern. Dazu bitten wir Sie um Ihr Interesse und Ihre Unterstützung, damit der Lungentag 2015 wieder ein Erfolg wird.

Ihr Karl-Christian Bergmann

- Vorsitzender des Deutschen Lungentag e.V.-








Home Kontakt Impressum Sitemap Suche